Was ist eine Insektenfördernde Region?

Honigbiene auf Lavendel Pixabay

Fläche einer Insektenfördernden Region

Die Empfehlung für die Mindestfläche einer insektenfördernden Region orientiert sich an der durchschnittlichen Größe eines bundesdeutschen Landkreises von ca. 1.200 km2. Je nach administrativer Organisation und Agrarstruktur / Anbauschwerpunkten kann eine Region auch mehrere Landkreise umfassen.

Fokus auf Insektengruppen und Biodiversität

Jede Region legt unter Berücksichtigung der naturräumlichen Gegebenheiten fest, welche Insektengruppen und welche Lebensräume und Nahrungsangebote besonders gefördert werden sollen.

Hauptakteure sind Landwirtschaft und Lebensmittelbranche

Mit dem Konzept der Insektenfördernden Region können vor allem Landwirtschaft und Lebensmittelbranche zu einer nachhaltigen Trendwende beim Insektenschwund beitragen.

Mehr und sehr gute Maßnahmen zur Förderung von Insekten

Der Anspruch einer insektenfördernden Region besteht darin, nicht nur gängige und bewährte Maßnahmen zur Förderung von bestäubenden Insekten in der Landwirtschaft zu verbreiten, sondern zusätzlich die ökologische Wirksamkeit und Praktikabilität von weitergehenden Anbaupraktiken zu testen und zu stärken.

Bodensee-Stiftung Bodensee
IFR Region Allgäu 1

Vertrauensvolle Zusammenarbeit der Landnutzungsakteure für eine gute Verbindung von Landschafts- und Betriebsebene

In enger Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Lebensmittelsektor, Naturschutz sowie Kommunen und weiteren Landnutzungsakteuren werden Insektenfördernde Regionen geschaffen. Für diese Regionen werden Biodiversitäts-Aktionspläne (BAPs) auf der Landschaftsebene definiert. Landwirte und weitere Landnutzer setzen BAPs auf der betrieblichen Ebene um, die darauf einzahlen, die für die Region vereinbarten Ziele zum Schutz der Insekten zu erreichen.

Monitoring und Inwertsetzung der Insektenförderung

Neben einer Weiterentwicklung der bestehenden öffentlichen Förderung braucht es auch marktorientierte Konzepte, um die Biodiversitätsleistungen der Landwirt*innen entlang der Lieferkette besser als bisher in Wert zu setzen. Mit Hilfe des Biodiversity Performance Tools (BPT) wird die Umsetzung von Insekten-fördernden Maßnahmen erfasst und bewertet. Wenn Landwirte einen ökologischen Mehrwert schaffen, muss sich das auch in einem ökonomischen Mehrwert widerspiegeln. Damit kann sich künftig die Erbringung und Bereitstellung von öffentlichen Gütern als gewinnbringende Komponente für landwirtschaftliche Betriebe entwickeln. Das Konzept ist auf alle Regionen in Deutschland und der EU übertragbar.

Bodensee-Stiftung Sven Schulz

Ziele einer insektenfördernden Region

Mehr ökologisches Potenzial: Schaffung von neuen Lebensräumen für Insekten

  • Mehr ökologische Qualität: Verbesserung der Qualität bestehender Lebensräume
  • Weniger stoffliche Belastungen: Verringerung des Einsatzes von Dünge- und Pflanzenschutzmittel
  • Mehr Innovation: bislang wenig verbreitete Maßnahmen testen und verbreiten

Erhöhung der Flächenwirkung insektenfördernder Maßnahmen

  • Erhöhung des Flächenanteils von insektenfördernden Maßnahmen in der Landwirtschaft
  • Erhöhung des Flächenanteils von insektenfördernden Maßnahmen bei weiteren Flächennutzungen (Forst, kommunal, gewerblich, privat)

Schaffung regionaler Allianzen für Insektenförderung

  • Insektenförderung auf eine breite gesellschaftliche Basis stellen
  • Möglichst viele Landnutzungsakteure für dauerhafte Insektenförderung gewinnen
  • Durch regionale Kohärenz insektenfördernder Maßnahmen die Flächenwirkung maximieren

Insektenschutz marktorientiert in Wert setzen

  • Umsetzung von Vermarktungskonzepten für insektenfördernde Produkte; Sensibilisierung der Verbraucher*innen durch attraktive Kommunikation seitens der Lebensmittelbranche